Geldanlage: Früh übt sich, früh rechnet sich

Die Binsenweisheit Hinterher ist man immer schlauer hat nur selten wirklich bei Problemen geholfen. Denn sie impliziert, dass man nichts mehr ändern kann, dass es nun einmal ist, wie es ist. Das könnte man auch auf das Sparverhalten junger Menschen anwenden, die in jungen Jahren meist kein Bewusstsein für eine Geldanlage haben. Andererseits: Wer schon früh etwas über Geld und seine Eigenschaften lernt, kann auch ein Gespür dafür entwickeln, wie man am besten damit umgeht.

Junge Menschen unter Druck

Man muss anmerken, dass die Einleitung dieses Artikels nur teilweise stimmt. Denn anders als früher haben junge Menschen heute mehr Verständnis für die Altersvorsorge oder die Geldanlage an sich. Das liegt unter anderem daran, dass sie kaum Möglichkeiten haben, sich diesem Thema zu entziehen, schließlich ist die sinkende Rente ein Thema, das nahezu alle Menschen betrifft. Dieser gesellschaftliche und politische Druck sorgt dafür, dass junge Menschen sich also sehr wohl mit dem Thema Geld beschäftigen. Allerdings gibt es zahlreiche vermeintliche Lösungen, die nicht maßgeschneidert sind.

Belohnt wird, wer früh anfängt

Einmal davon ausgegangen, dass ein Sparer im Alter von 65 Jahren ein Vermögen von 500.000,- Euro angespart haben will, muss er gemäß des Anfangsalters von folgenden Prämissen ausgehen:

Bei einer angenommenen Streuung von 60 Prozent in Aktien und 40 Prozent in Anleihen, und bei einer Rendite von beispielhaften 2,5 Prozent, muss der Sparer monatlich 600,- Euro investieren, um sein Ziel zu erreichen. Zumindest, wenn er 25 Jahre alt ist, wenn er beginnt.

Wartet der junge Mensch jedoch bis zum 35. Lebensjahr mit der Sparphase, muss er, um das gleiche Ergebnis zu erzielen, bereits 940,- Euro jeden Monat zurücklegen bzw. investieren. Die Rechnung ließe sich fortsetzen und sie läuft darauf hinaus, dass Sparer mit einem noch späteren Beginn in der Regel die angestrebte Summe nicht erreichen können.

Geld in der Wiege

Die besten Chancen auf üppige Renditen haben junge Menschen, die selbst noch gar nichts mit dem Thema zu tun haben können: Babys. Wenn verantwortungsbewusste Eltern ihrem Nachwuchs einen Sparplan in die Wiege legen, ist nur wenig nötig, um auf die oben beschriebenen 500.000,- Euro zu kommen. Ein zweistelliger Sparbetrag reicht meist aus, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen.

Sparen ist kein Selbstläufer

Doch auch wenn Sparer, die früh anfangen, klar im Vorteil sind, sollte man sich nicht auf den Automatismus der Langfristigkeit verlassen. Die Finanzmärkte sind voll von Produkten, die nicht halten, was sie versprechen. Auf eine professionelle und unabhängige Beratung sollte man daher keinesfalls verzichten – ganz egal, wie alt oder jung man ist.

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