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Peter Hieber
Deutsche Wertpapiertreuhand

Schlechte Renditen bei Fonds: Wer hat schuld? (Teil 1)

Die Annahme, die Deutschen hätten Angst vor Fonds und Aktien, mag einmal gestimmt haben. Doch das ist lange her, inzwischen stecken viele Sparer ihre finanziellen Mittel in solche Produkte.

Natürlich breit gestreut und langfristig angelegt. Eben genau so, wie es Finanzberater gern empfehlen. Wenn man nun aber alles richtig macht und sich an die Empfehlungen hält, wie kann es dann sein, dass die Rendite trotzdem seit gut 15 Jahren im Schnitt mäßig bis schlecht ist?

Depotübersichten: So transparent wie Milchglas

Das Leben ist vergänglich, und Fonds sind es sowieso. Das müssen Anleger immer wieder feststellen. Oft setzen sie auf Produkte, die in der Vergangenheit gute Renditen erzielen konnten und hoffen auf die Zukunft. Doch der Plan geht bei weitem nicht immer auf. Das liegt nicht nur an Unwissenheit, sondern auch an fehlender Transparenz der Fondsgesellschaften. Die geben sich zwar die größte Mühe, kunterbunte Flyer und Broschüren zu drucken, in denen Traumrenditen winken. Die Depotübersichten dagegen kommen so altbacken daher, dass man sich fragt, aus welchem Jahrhundert sie stammen mögen. Übersichtlichkeit? Fehlanzeige. Diese Intransparenz macht es Anlegern schwer, auf Entwicklungen zu reagieren, auf die durchaus reagiert werden sollte.

Der Fonds, den es nicht gibt

Und dann ist da noch die Sache mit Fonds, die vom Markt verschwinden. Das ist zwar nicht ungewöhnlich, doch umso ärgerlicher, wenn die Kunden davon gar nichts mitbekommen. So kann es passieren, dass ein Kunde in einen Fonds A einsteigt, der im Laufe der Zeit auf den Namen B umgetauft wird. Und wenn alles nichts hilft, kommt es zu einer weiteren Umbenennung. Das wäre ja nicht so schlimm, würde sich das auf den Erfolg, sprich: auf die Rendite des Fonds positiv auswirken. Tut es aber oftmals nicht, im Gegenteil. Stattdessen sacken die Renditen ab, während die Kosten sich erhöhen.

Wenn Fonds bewegungslos vor sich hin dümpeln

Die Zahl der Fonds ist in der Vergangenheit stetig angestiegen, eine Ende dieser Tendenz ist nicht abzusehen. Der Grund ist denkbar einfach: die Fondsgesellschaften sammeln neues Geld am liebsten mit neuen Produkten ein. Die alten dagegen bleiben liegen oder werden einfach vom Markt genommen. Da fragt man sich, dem gesunden Menschenverstand folgend: Wieso soll ich auf Langfristigkeit setzen, während die Fondsgesellschaften das genaue Gegenteil tun? Diese Frage ist berechtigt und bedarf einer Erklärung.

In Teil 2 unserer kleinen Serie zum Thema Rendite und Fonds erläutern wir, was Anleger tun können, um aus der Rendite-Falle zu entkommen. Hexenwerk ist das nicht, so viel sei schon jetzt vorausgeschickt.