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Peter Hieber
Deutsche Wertpapiertreuhand

Fünf Fehlerteufel bei der Geldanlage – und wie man sie aus der Welt kriegt

Die Deutschen sind für ihre Sparsamkeit bekannt. Doch sie legen auch gern Geld an, um es möglichst effektiv zu vermehren. Dabei kann einiges schiefgehen, muss es aber nicht. Fünf Fehler sollte man bei der Geldanlage vermeiden.

Fehler Nummer 1: Nicht breit genug aufgestellt

Ein Anleger sagte einmal: Meiner Frau gegenüber bin ich treu. Aber bei der Geldanlage ist Monogamie kein Thema. Was er meinte, ist die Tatsache, dass viele Anleger auf nur ein Produkt setzen, in der Hoffnung, dass es gutgeht. Doch selbst bei noch so guten Werten und Bewertungen ist diese Einseitigkeit – oder eben Monogamie, um im Bild des zitierten Anlegers zu bleiben – wenig ratsam. Stattdessen ist Diversifikation das Zauberwort. Also breit streuen, um so mögliche Einbrüche bei Aktien oder Fonds leichter verkraften zu können. Womit wir beim zweiten Fehler sind ...

Fehler Nummer 2: Nur in die eigene, kleine, statt in die weite Welt investieren

Sicher kennen Sie den Klassiker von Persil, diesem Waschmittel, das in den 70er Jahren mit dem Slogan: Persil, da weiß man, was man hat geworben hat. Diese Haltung ist auch bei der Geldanlage oft vertreten. Sparer setzen auf heimische Produkte, weil sie ihnen vertraut sind und weil sie internationalen Investments misstrauen. Doch das ist nicht ratsam. Wer breit streut, sollte das unbedingt über die eigenen Ländergrenzen hinaus tun.

Fehler Nummer 3: Hektik, Hektik, Hektik!

Kursschwankungen können unheilvoll wirken, manchmal sind sie es sogar. Aber in den meisten aller Fälle sind sie etwas, das einem kein Kopfzerbrechen bereiten sollte. Deswegen ist blinder Aktionismus meist ein Fehler. Statt bei kleinsten vermeintlichen Anzeichen in rege Betriebsamkeit zu verfallen und auf Teufel komm raus umzuschichten, ist Gelassenheit und Ruhe empfehlenswert. Hektik ist kein guter Ratgeber, zumal er mit der Angst verwandt ist, die ebenfalls nicht zu überlegtem Handeln führt.

Fehler Nummer 4: Zu viel Vertrauen in Götter in Weiß ohne Kittel

Sagt ein Arzt etwas zu uns, glauben wir ihm in der Regel, er wird schon wissen, was er sagt. Mit sogenannten Finanzexperten gehen wir ähnlich um. Sagen die uns, wir sollen auf dieses oder jenes Finanzprodukt setzen, neigen wir dazu, diese Empfehlung gleich in Stein zu meißeln. Doch das kann ein Fehler sein, denn die Beweggründe für die Schwärmereien sind nicht immer die ausgezeichneten Produkte, sondern oft nur eigene Interessen.

Fehler Nummer 5: Zu langer Atem

Inzwischen hat sich zwar herumgesprochen, dass es nicht klug ist, auf Kursschwankungen zu schnell zu reagieren und Papiere abzustoßen. Auf der anderen Seite bedeutet das aber nicht, dass man ein totes Pferd reiten muss. Zuweilen ist es eben einfach so: Ein Finanzprodukt entwickelt sich schlecht, und es ist nicht abzusehen, dass sich das wieder ändert. In diesem Fall muss es weg.

Sinnvoll ist unabhängiger Rat von Beratern, die nicht an Gesellschaften, Versicherungen oder Banken gebunden sind.

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